Corni spricht…

Nachdem unsere Gruppe das einstündige Frühstück abgehalten hatte, wurde es Zeit, die grauen Zellen zu schonen und die Gelenke zu belasten. Unterteilt ging es zu drei Stationen. Eine Traube Kulturbegeisteter machte sich auf den Weg zum Theater Nordhausen, eine weitere zum Offenen Kanal und eine dritte wurde in einem Bus zum KZ Mittelbau-Dora abtransportiert. Fast freiwillig, dafür mit Sitzplatz und Fenstern. Es galt, in die Einsatzstellen unserer ‘Brüder und Schwestern’ einzusehen. Zu erfahren, was sie da den ganzen Tag eigentlich treiben und um mit seiner Eigenen zu vergleichen. Nachmittags stellten wir dann den jeweils anderen unsere Vormittagsgestaltung vor. Wirklich erwähnenswert war dabei die Offener Kanal Traube. Wir danken euch. Ich danke euch. Vorallem für die so geistreiche wie relevante Klarstellung, dass ein Cembalo ein Klavier ist. Oder nicht? Wird bestimmt gerade jemand rot. Nein, nur ein Tasteninstrument. KEIN KLAVIER! Wunderbar, haben wir das auch geklärt. Hätte sonst ja auch keiner ruhig schlafen können. Insgesammt war es unglaublich toll mit anzusehen wie sie sich, einen Tisch umzingelnd, die Bälle zuwarfen. Und einen Tennisball. Weitaus weniger enthusiastisch, dafür ebenso einfallsreich, wurde der Besuch Mittelbau-Doras mit Fotos und handgeschriebenen Feedbacks wiedergegeben. Aus der Theaterbesichtigung der Verbleibenden entwickelte sich der intensive Wunsch, eine Vorstellung zu besuchen und es wurde sogar der ketzerische Gedanke gehegt, dafür ein Seminar zu schwänzen! Der als solches berechtigte Wunsch wurde aber erfolgreich in den Abendstunden des Mittwochs durch die moderne Oper: “Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte”; umgesetzt. Ich hab selten so schlecht geschlafen. Ja, ich war der Einzige. Und ja, das interessiert keinen. Na und? Ich schreib das hier. Die Macht ist sozusagen mir mir. Gegen Abend dann der Ausgleich im Kickertournier. Man könnte hier Gesellschaftskritik anbringen, da niemand den ‘Behinderten’ haben wollte und keiner bereit war, ihm zu helfen… immernoch deutsches Blut halt. Zwei äußerst attraktive als auch geschickte Männer haben dies aber am Donnerstag per Tooltime nachgeholt und nun macht er wieder glücklich synchrone Pirouetten in der Horizontalen mit seinem Verstangten(statt verwandt, verstangt?! Verstangt! Ist da nicht unglaublich innovativ? Verstangt! Hahahahaha…. tötet mich.).

Durch das ständige “Laptop, Laptop wechsel dich” verfließt mein Rhetorikfluss augenscheinlich im Sand. Um dennoch auf meine angestrebte Wortzahl zu kommen noch ein self-made-Witz aus meiner untersten Schublade: “Treffen sich zwei Individualisten.” Ist was zum Nachdenken. Entbehrt übrigens jedweder Daseinsberechtigung. Wie auch die Annahme, irgendeinen könnte es überhaupt tangieren, was ich denke.

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