Corni sagt…

Es war einmal…

…eine Gruppe wackerer Freiwilliger, die sich bedingungslos aufmachte, eine wundervolle Jugendherberge zu beziehen, um sich des nachts in ihren zahlreichen Zimmern niederzulassen und sich tagsüber kulturellen Highlights in Form von Bildungsseminaren zum Thema „Kommunikation“ zu widmen, sich spielerisch neue Fähigkeiten an zueignen und spannendes Neues und neues Spannendes aus und um Nordhausen zu erkunden. … so weit das Märchen.

Mein Kalender schrieb den achten Februar 2009, der Wecker klingelte. Ich stand auf und noch während mein Körper der warmen Milbenzucht nach lechzte, erklang innerlich bereits der Marienhof Titelsong (für alle, die hier eine Allgemeinwissenslücke aufzuweisen haben: „Es wird viel passieren. Ooh ooh…“). Da dieser Tag aber für diesen Bericht keine Rolle spielt, findet er hier ohne Pointe ein jähes Ende.

Montag! Es ist so weit, jeder von uns macht sich – je nach Budget – auf die Socken, Schuhe, Bahn, Auto oder Fahrrad nach Nordhausen. Auch bekannt unter „Brennery City“ oder unter eingefleischten Ethanolspezialisten „Die Heimstädte von Doppelkorn, Doppelherz und Doppelbrötchen.“ Da jedenfalls angekommen, stellten wir mit Entsetzen fest, dass wir getrennt untergebracht würden(ja, 20m Luftlinie bei Schnee, Glätte, Nässe, Dunkelheit und verschlossenen Türen können einem schon mal die Lust an nächtlichen Besuchen, sowie dem damit verbundenen Beischlaf rauben). Und das wo die Seminare unter dem Motto „Kommunikation“ laufen. Wir erinnern uns. Ursprünglich aus dem Lateinischen communicare abgeleitet, bedeutet Kommunikation auch heute noch (u.a.) „vereinigen“. Vielleicht ist das die versteckte Art von Humor, für die wir einfach noch viel zu jung sind. Vielleicht schreib ich auch einfach nur Scheiße. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde… Hm und jetzt ‘ne Überleitung finden… ähm, gegenüber vom Klo dann das erste Seminar. Die gewohnt gut gelaunte Mannschaft begrüßt uns Rucksackmulis traditionsgemäß mit Süßem und präsentiert uns dann souverän ihr Wochenprogramm. Und jetzt der Gag: Wir dürfen wählen! Dass es dann so endet, dass Gruppe eins damit beschäftigt ist, Gruppe zwei zu interviewen und ihre Beschäftigungen zu protokollieren, Gruppe zwei indes in ihren Kursen gelernt hat, ihren Fragen geschickt Paroli zu bieten um auf Gruppe drei zu verweisen, die ihrerseits das ganze Geschehen im elektronischen Medium sammelt und versucht, es schmackhaft für den Rest der Welt zu machen, wusste im Voraus ja keiner. Was wohl passiert, wenn einer diese Kette sprengt?

Gruppe I: „Nadja, interview mal die Hanna!“ Und dann kommt’s! „Nö.“

Gruppe II: „Zeigt mal was ihr gelernt habt! Seid kommunikativ!“ „… mit wem oder was sollen wir das tun?“

Gruppe III: „So, nech? Lasst mal nen Blog machen! Was hier abgeht und so.“ „Ja, nüscht?“

Schon unglaublich, dass so einfach dem Seminar-Kartenhaus hätte der Wind aus den Segeln genommen werden können. Zugegeben, verdammt schlechte Metapher. Aber dafür mach ich das hier freiwillig. Sei’s drum. Alle Mann ans Werk! Gepäck von uns legen und Gebäck zu uns nehmen. Das war der Plan. Die Umsetzung erfolgte widerspruchslos. Mittlerweile kann mir übrigens keiner mehr sagen, was danach geschehen ist. Also die Zeit zwischen den Mahlzeiten. Ich bin ja auch nur die Exekutive hier. Lass ich es einfach mal außen vor. Nächste Station also: 18Uhr – Abendbrot. Für mich klingt „18Uhr – Abendbrot“ aber eher wie Endstation. Vor meinem geistigen Auge wandeln klagende Rentner von ihren schweißtreibenden Tanz- und Sportkursen zum Abendbrot bei Sonnenschein und dann in den Sarg. Mag zynisch klingen, aber Blogs – so haben wir gelernt – sind gewollt subjektiv. Und wie sagte mein verstorbener Opa immer: „Spaß muss sein, sonst hat der Pfarrer bei der Beerdigung nichts zu lachen.“ Recht hatter, R.I.P. Grandpa! So und jetzt wird es Zeit für meine persönliche Rache! Abends war ich mit Hanno schwimmen. Ich weiß nicht was ihr gemacht habt – ach was solls – mir egal was ihr gemacht habt. Schwimmen war toll! Bäh! ♥

3 Antworten

14 02 2009
Cornelius

Geiler Text. Wenn mich sonst keiner lobt, mach’ ich’s halt selbst.

16 02 2009
Dajana

Hm…ich glaube das nach dem Formatieren die schon getippten Kommentare flöten gegangen sind ^^”
Michel, Teresa und ich waren ja voll auf begeistert und teilten das auch schriftlich mit =3!

17 02 2009
Der Mops

Ja hammer hart. Habe sehr viel gelacht bei deinem Textlein. Sehr smart!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.